Categories: Jugend
      Date: 11. August 2013
     Title: Ich bin dann mal weg...
Von 3. bis 9. August 2013 nahm unser Sanitäter Helmut Haas an einem Projekt zur Planung eines Spielplatzes für ein Mutter-Kind-Heim mit gleichzeitigem Kulturaustausch der Länder Deutschland, Polen, Lettland und Österreich in Riga teil.

3. August, 10:30 Uhr, Flughafen Wien-Schwechat: Dort traf ich meine österreichischen Kolleginnen und Kollegen der Samariterjugend Österreich: Petra vom Bundesverband Wien, Harald von der Gruppe Wien-Simmering, Simeon aus Innsbruck und Anna aus Linz. Zusammen hatten wir ein Ziel: Riga. Nach 2,5 Sunden Flug, hat uns Laura, die Koordinatorin, in Empfang genommen und in unser erstes Hotel gebracht. Nach einer Stärkung haben wir uns den Nachmittag am Strand vertrieben und den Tag gemütlich ausklingen lassen.  Am nächsten Tag trafen auch die restlichen Kolleginnen und Kollegen aus Deutschland, Lettland und Polen ein. Der Grund unserer Reise war die gemeinsame Planung eines Spielplatzes für ein Mutter-Kind-Heim mit gleichzeitigem Kulturaustausch der vier Länder. Zunächst hat uns Alise aus Lettland durch die Stadt geführt, uns die Sehenswürdigkeiten gezeigt und von den Sagen Rigas erzählt. Anschließend sind wir mit dem Zug in die Ortschaft Koknese (etwa 100 Kilometer östlich von Riga) weitergefahren. Dort haben wir das Hotel bezogen, in dem wir die weiteren Tage verbracht haben. Am Abend erlebten wir das erste kulturelle Highlight: Lettland gestaltete den Abend mit Tänzen, Liedern und traditionellen Speisen.

Der Montag startete mit Morgensport, und nach dem Frühstück hörten wir zwei Vorträge über soziale Probleme in Lettland. Am Nachmittag diskutierten wir zu den Problemen Diskriminierung, Jugendarbeitslosigkeit, Integration und Bildung. Da wir verschiedene Muttersprachen haben erfolgte die Kommunikation in der Gruppe immer auf Englisch. Tags darauf fuhren wir wieder nach Riga und besichtigten dort das Mutter-Kind-Heim, für das wir den Spielplatz planen sollten. Da wir auch aktiv etwas machen wollten, haben wir einen Kletterturm für Kleinkinder aufgebaut. Die Kinder konnten es gar nicht abwarten diesen zu stürmen. Anschließend besuchten wir mit den öffentlichen Verkehrsmitteln (Bus und Straßenbahn) die Zentrale der Hafenpolizei. Wir bekamen einen Eindruck, wie der Hafen gesichert wird und konnten uns auch die Speedboote aus nächster Nähe anschauen. Danach wurden wir noch durch die Hafenaufsicht geführt. Es war beeindruckend zu sehen, wie hier mit Eisbrechern und Löschbooten gearbeitet wird. Um den Tag abzuschließen, besichtigten wir zuletzt noch einen Park in Riga, um uns Anregungen für unsere Planung zu holen. Den Kulturabend gestaltete Deutschland. Wir bekamen unter anderem eine Curry-Wurst serviert, spielten „Mensch ärgere Dich nicht“ und sahen einen Film, der auf amüsante Weise die Vorurteile über die Deutschen aufzeigte.

Am Mittwoch wurde es süß: Wir besuchten eine Schokoladenfabrik und durften auch unsere eigenen Süßigkeiten gestalten und verpacken – natürlich kam auch das Naschen nicht zu kurz. Von dort ging es weiter in den „Garden of Desteny“, einen Park in Koknese. Dort haben wir einen vom Samariterbund gesponserten Baum gepflanzt und durften unseren Teamgeist bei einer Schnitzeljagd unter Beweis stellen. Gestärkt von gegrillten Köstlichkeiten fuhren wir mit einem Motorboot zurück zum Hotel. Dort angekommen strengten wir unsere Köpfe an und sammelten Ideen für „unseren“ Spielplatz. Danach gestaltete Polen den vorletzten Kulturabend. Wir aßen Käse mit Preiselbeeren, Kartoffeln mit einem speziellen polnischen Salz, bastelten Blumenkränze und ließen diese traditionell mit einer Kerze den Fluss abwärts treiben. Nun sind wir auch schon am vorletzten Tag angekommen. Jetzt galt es das Projekt zu finalisieren. Wir brachten unsere Ideen in Kleingruppen zu Papier und präsentierten gegenseitig unsere Ideen. Ich durfte in einer Jury sein, die dann entschied, welche Teile umgesetzt werden sollen bzw. in welcher Form die Geräte angeordnet werden sollen. Am Abend ließen wir noch einmal die vergangenen Tage mit einem Fotorückblick Revue passieren und konnten noch einmal gemeinsam herzhaft lachen. Der letzte Kulturabend war dann in österreichischer Hand. In Lederhosen und Dirndel servierten wir köstlichen Kaiserschmarrn und spielten Austropop-Lieder vor. Wir verbrachten den restlichen Abend am Lagerfeuer in gemütlicher Runde. Am Freitag besichtigten wir noch die Deutsche Botschaft in Riga und dann ging es auch schon weiter zum Flughafen. Nach einem komplikationsfreien Flug nach Wien mussten wir uns auch schon wieder verabschieden. Ganz bestimmt werden uns die Erlebnisse noch lange Zeit in Erinnerung bleiben und gerne denke ich an die Tage zurück. Es war eine sehr interessante Erfahrung für mich und eine Herausforderung an meine Englischkenntnisse. Dennoch empfehle ich allen, die so eine Möglichkeit bekommen, bei so einem Abenteuer teilzunehmen. Nächstes Jahr soll ein ähnlich gestaltetes Projekt in Hamburg stattfinden.

Fotos finden Sie hier.

autor: Helmut Haas